Saitenspiele

Einführung
Violine und Violoncello gehören beide derselben Instrumentenfamilie an. Die Violine deckt die hohen, das Cello die tiefen Bereiche des Tonspektrums ab. Der Klang beider Instrumente jedoch ist ähnlich und die Tonbereiche überlappen sich.

Der Violinklang in tiefer Lage nähert sich dem Klang des Cellos an, der Klang des Cellos in hoher Lage hingegen kommt dem der Violine nahe.

Diese Besonderheiten nutzen die Komponisten, indem sie die Klangräume der Instrumente kunstvoll miteinander kombinieren.
Wenn die Instrumente im identischen Register spielen, verschmelzen sie im Klang miteinander zu einer intensiven Einheit.
Tauschen sie die ursprünglichen Register, spielt also das Cello in hoher, die Geige in tiefer Lage, dann entstehen gewissermaßen akustische Spiegelungen und Täuschungen. Der Hörer erlebt einen wahren Klangzauber.

Dauer: knapp zwei Stunden inkl. Pause

Aufführungen: Mit Isabella Petrosjan, Violine (Professorin an der Musikhochschule Hamburg

Hauptkirche St. Michaelis Hamburg (2003)
Musikseminar Hamburg
Nikodemuskirche Hamburg — Barmbek
Forum der Hochschule für Musik, Hamburg (nur Kodaly)
Evangelische Akademie, Hamburg (nur Ravel 2001)

Mit Barbara Bultmann, Violine (Konzertmeisterin Ensemble Resonanz, Hamburg)

Kloster Ebstorf bei Lüneburg 2. Oktober 2004, 19 30 Uhr

Konzertprogramm:

Joseph Haydn:
Duo für Violine und Violoncello Hob VI.D1
Adagio non molto
Allegro
Menuetto

Maurice Ravel:
Sonate für Violine und Violoncello
Allegro
Très vif
Lent
Vif, avec entrain

Pause

Zoltán Kodály:
Duo op. 7 für Violine und Violoncello
Allegro serioso, non troppo
Adagio
Maestoso e largamente

Werkbeschreibungen:

Haydn:
Ein charmantes, lebendiges Werk voller Spielfreude. Die Instrumente stehen im anmutigen Dialog miteinander.

Ravel:
Ein Werk voller Farbenzauber und Emotion, Leidenschaft und Klangschönheit. Die Klänge der Instrumente verschmelzen miteinander zu einer innigen Einheit, sodass oft nicht mehr klar ist, welches der beiden gerade welche Klänge dem Ganzen zugibt. Jeder Moment ist Ereignis und musikalisches Bekenntnis.

Kodaly:
Genauso wie das Werk von Ravel, zählt das Duo von Kodaly zu den Höhepunkten der Kammermusikliteratur. Das Werk ist impulsiv und sehr expressiv in seiner Tonsprache. Ein besonderes Element ist das Freie, das Improvisatorische. Dieses Werk lebt von der musikalischen Rede, von musikalischer Kommunikation, vom leidenschaftlichen Austausch und Dialog der Stimmen.